Kontrolle von Anspannungen

Auch als "Gesunder" ist es wichtig, Muskelanspannungen kontrolliert zu organisieren. In meinem Stadium der feinmotorischen Behinderung stelle ich fest, bzw. wird mir bewußt:

Bei Bewegungen oder Betätigungen rechtsseitig neige ich stets zu krampfartigen Anspannungen, ziehe z.B. die Schulter hoch oder gehe nicht locker, sondern spanne die Muskeln ständig an.Die Bewegungen sehen dann nicht nur krampfhaft, spastisch aus, sondern kosten viel Kraft.

Wenn ich aber darauf achte, die Muskeln ganz locker zu lassen, zu entspannen, dann zeigen sich flüssige, ja lässige Bewegungen, die zudem keine zusätzliche Kraft kosten. Dann gelingt es, die Bewegung so unverkrampft wie auf der linken, gesunden Seite zu gestalten. Das Gefühl von Behinderung schwindet.

Dies gilt nicht nur für körperliche, sondern auch für geisitge Anstrengung

Indem ich festgestellt habe, daß ich die körperlich Bewegung in ihrer Lockerheit beeinflussen kann, fiel mir auf, daß das bei Gedankenprozessen, bei Vorstellungen genau dasselbe ist.

Wenn ich mich in eine Idee, in eine Situation "verrenne", dann kostet dies enorme geistige, psychische Kraft.

Während die körperliche Anspannung lediglich Kraft kostet von der ich mich wieder erhole, beeinflusst mich die geistige Verkrampfung weit mehr und anhaltend. Viele sind ein Leben lang durch fest zementierte Vorstellungen so geprägt, daß es dem Leben an Freude und Zufriedenheit mangelt. Ja, Freundschaft, Partnerschaft, insgesamt die menschlichen Beziehungen gebrechen an solch geistiger Starrheit. Der beste Weg, Außenseiter oder gar Psychopath zu werden.

Loslassen ist die Devise

Legen Sie sich eine Lebenseinstellung zu, die Lockerheit und Warmherzigkeit beinhaltet. Nichts lässt sich erzwingen. Lösungen, Besserungen stellen sich ein, wenn die Zeit reif dafür ist. Und halten Sie stets den Glauben und die Zuversicht aufrecht.

Wie stark leiden geschiedene Partner darunter, daß die Beziehung zu Kindern und Enkeln gestört oder gar zerstört ist. Ich selber habe feststellen dürfen, daß es selbst nach  Jahrzehnten der "Funkstille" plötzlich ein Wiedersehen, Wiederverstehen gibt und daß Freude und Glück darüber die lange Zeit des Wartens und Hoffens belohnen.

Ich bin dankbar dafür, daß ich aus der körperlichen Verkrampfung gelernt habe, daß geistige Lockerheit den gleichen Gesetzmäßigkeiten folgt.

Ich wünsche allen Schlaganfall Patienten, daß Sie analog der körperlichen Einschränkungen, die sie ständig therapieren, auch die geistigen Starrheiten zu minimieren versuchen, die ebenfalls eine Folge des Schlaganfalls sind, oder sich durch den Schlaganfall verstärkt haben. Der Heilerfolg manfifestiert sich nicht nur durch die körperlichen Verbesserungen, sondern äußerst sich vor allem durch die seelische Einstellung, durch das Akzeptieren des Leidens. 

Loslassen !!!!!