Was will man erreichen? In erster Linie: Wieder glücklich und zufrieden werden. Die Schlaganfallfolgen minimieren - das geht leichter wenn man fröhlich, positiv eingestellt und zufrieden ist.

Die Hirnblutung ist jetzt mer als 6 Jahre her, Zeit um ein Résümé zu ziehen und die 
Fortschritte zu bewerten.

In den vergangenen Jahren habe ich viel erreicht, mehr als ich erwarten konnte, mehr als mein Umfeld glaubte. Ich nehme wieder voll am Alltagsleben teil, pflege meine Hobbies und habe mir Arbeitsbetätigungen geschaffen, die mich fordern und zufrieden machen. Körperlich habe ich wieder deutlich mehr Flexibilität und Exaktheit in der Bewegung erreicht. Auch die Kondition ist stark verbessert. Trotzdem, der Energieaufwand für jedes Tun ist viel größer gegenüber der Zeit vor dem Schlaganfall. Das gilt ebenso für geistige Anstrengung. Energie ist eben nur in begrenztem Umfang vorrätig, ganz gleich ob sie durch körperliche oder geistige Arbeit gebraucht und verbraucht wird. Das Ziel ist es, durch ständiges Üben diesen Energievorrat weiter auszubauen.

Wenn ich mal durchhänge, dann hilft es immer, wenn ich mich einer Tätigkeit zuwende, die mir Freude macht, mich fesselt und auch Bestätigung bringt. In meinem Fall sind das "Kochen" und "Klavierspielen". Unglaublich, wie man zu positiver Einstellung wechselt, plötzlich wieder Freude und Tatendrang spürt, wenn man sich aufgerafft hat. Wo vorher Tristesse und Lethargie war, ist plötzlich wieder Kraft und Freude.

Ganz wichtig also ist es:

Schaffen Sie sich Hobbies und Tätigkeiten, die Ihren Interessen, Ihren Talenten entsprechen und die Ihnen Freude und Bestätigungen bringen. Niemand kann Sie besser aus depressiven Verstimmungen befreien, als Sie selbst. Alles, was ich Ihnen auf meinen Seiten mitteile, was ich an Ratschlägen biete, hat zum Ziel, daß Sie zu freudvoller Einstellung durch Sinn- und Freuden spendene Tätigkeiten (zurück)finden.

Jetzt, über 6 Jahre nach meinem Schlaganfall sind die Fortschritte für mich schwerer feststellbar. Meine Behinderungen sind einfach da. Jetzt kommt der Kompensation immer mehr Bedeutung zu. Die Umgehung der Behinderung, das Erlernen und Praktizieren von Handhabungen und Hilfsschritten bei gewissen Tätigkeiten verbessert meinen Aktionsradius und kann immer weiter perfektioniert werden. Auf diese Weise bin ich weniger abhängig von tatsächlichen Bewegungsverbesserungen, die zwar immer noch da sind, aber doch sehr gering.

Neigen Sie auch dazu, Verbesserungen und Fortschritte nicht zu registrieren? Glauben Sie auch manchmal, daß Sie sogar Rückschritte machen? Ungeduld und zu hohe Erwartungen führen zu Trugschlüssen. Schaffen Sie sich Parameter, Anhaltspunkte, die Sie zu Vergleichen heranziehen können. Notieren Sie sich das Erreichte stets schriftlich.

Sie dürfen sich bewußt sein, es gibt immer Fortschritte und seien sie noch so klein. Ihr Gehirn ist so flexibel, daß es auch Jahre nach dem Schlaganfall noch Verbesserungen schafft, eigentlich lebenslang. Darauf können Sie bauen und vertrauen.

Wie wird meine Seite "aufgeben-nie" zukünftig weitergeführt?

Ich werde meine Berichte über Erfahrungen und gesundheitlichen Entwicklungen künftig über längere Zeitabschnitte verteilen, da sich nach Ablauf von fast 6 Jahren seit meinem Schlaganfall die künftigen Verbesserungen nur über einen längeren Zeitraum darstellen lassen.

Meine Seiten zu einzelnen Themen werde ich aber stets aktualisieren und neue Erkenntnisse einarbeiten. Auch Fortschritte im Klavierspiel werde ich weiter durch Videos dokumentieren. Mit einer Erweiterung der Rezepte-Bibliothek und die Weiterführung des Kochblogs will ich denjenigen Anleitung geben, die sich das Hobby Kochen zu eigen gemacht haben.

Über Rückmeldungen von Besuchern meiner Seite freue ich mich sehr und bin für Anregungen und eigene Erfahrungsberichte dankbar.