Chronologische Auflistung der Stationen der Gesundung

November 2011                                                                                                       

12.11. Hirnblutung am Lago Maggiore und Einlieferung in die Stroke Unite Domodossolla - Computer-Tomografie. Es wurde ein 2 cm großes Hämadrom ind der linken Hirnhälfte festgestellt, welches eine Halbseitenlähmung der rechten Körperhälfte verbunden mit einer Feinmotorik Störung zur Folge hatte. Auch eine leichte Spastik rechts ergab sich. Am 23.11. Entlassung aus dem Krankenhaus und Weitertransport mit dem Sanka ins Krankenhaus Wangen/Allgäu.

November 2011                                                                                                     

Aufenthalt im Krankenhaus Wangen. Operation des Handgelenks der linken Hand, da sich eine starke Schleimbeutel-Entzündung gebildet hatte. Linke Hand im Schutzgips bis Jahresende. Für erste Gehversuche einen Rollator erhalten.

Dezember 2012                                                                                                       

Überführung mit dem Krankenwagen in die Schloss-Klinik Bad Buchau - Beginn der REHA Maßnahmen. Rollator gegen Ende der REHA auf die Seite gestellt. Erste Übungen auf dem Piano, hauptsächlich mit der linken Hand. Überprüfung der Reaktionsfähigkeit und anderer Tests, um wieder die Erlaubnis zum Autofahren zu erhalten. Feststellung des Schwerbehinderten-Status beantragt. Entlassung aus der REHA Klinik am 13.02.2012

Januar 2012                                                                                                            

Erste Versuche des alpinen Schifahrens - Trotz feinmotorischer Fehlfunktionen des rechten Fußes und Beins erst kleine "Trockenübungen" unternommen und dann den Übungshang mit dem Schlepplift hochgeliftet und erfolgreich den Berg hinuntergefahren.

März 2012

Schwerbehindertenausweis erhalten, 60 % (G) = Gehbehinderung.

April 2012

mit 1,5 Km bisher längste Strecke ohne Probleme zu Fuß zurückgelegt.

Mai 2012

Zum ersten Mal wieder ein kaltes Buffet als Caterer gefertigt und geliefert.

Mai 2012

Stadtfahrrad mit niedrigem Einstieg gekauft und wieder Radfahren geübt und praktiziert.

August 2012

Klavierüben intensiviert. Das Zusammenspiel von rechter und linker Hand vorangetrieben, ebenso das gleichzeitige Einsetzen der Pedale. Mit Sängerin Sonja 3 Stücke geübt, und auf CD gebrannt - Ergebnis musikalisch noch eingeschränkt, aber befriedigend.

September 2012

Zum ersten Mal wieder öffentlich mit dem Piano aufgetreten und Hintergrundmusik beim Kundenevent des Werbebüros "inallermunde" dargeboten. Die Spielzeit von 3 Stunden lag aber deutlich über meinen konditionellen Möglichkeiten der rechten Hand.

November 2012

In der Adventszeit 3 Auftritte am Flügel im Golfhotel Bad Waldsee bei den Weihnachtsfeiern. Spielzeiten von über 3 Stunden belasteten die Kondition der geschwächten Hand extrem. Um besser durchzuhalten habe ich eine Spieltechnik kreiert, welche die linke Hand auch zur Melodieführung benützt und der rechten Hand nur wenig Melodiespiel überlässt, aber so geschickt im Wechsel, dass es Zuhörern nicht auffällt. Dies ergab einen "Smoothy Klavierstil" der ankam und den ich seither praktiziere und weiterentwickle.

Januar 2013

Schifahren über den Winter am Übungshang in Eschach weiter verbessert. Die Kurzschwungtechnik macht Spaß und ist sicherer als das Großkurven-Fahren.

Januar 2013

Auf der Motorradmesse Friedrichshafen den Austellerabend in der Messehalle am Piano untermalt.

Juni 2013

Im Kursaal des Schloßhotels Neutrauchburg ein Hochzeitsdinner auf dem Flügel begleitet.

Juli 2013

Das Schwimmen im See ist gegenüber 2012 viel besser geworden. Kein so starkes Abdriften rechts mehr. Auch spontaner  Wechsel von Brustschwimmen zu Schwimmen auf dem Rücken geht. Eine plötzliche aufgetretene Schwimmschwäche machte mir Sorgen, ging aber schnell vorüber.

Juli 2013

Auf der Messe HAM Radio die Eröffnungsveranstaltung im Messesaal und abends im Restaurant des Zeppelinhauses mit dem Piano untermalt.

Juli 2013

Fortschritte im Gehen, Koordination der Bewegungen werden immer besser, Joggen ist im Beginnstadium, Walken mit gleichzeitigem Stockeinsatz klappt jetzt, Fahrradfahren mit dem Citybike geht perfekt.           

August 2013

Klavierspiel macht weitere Fortschritte, Fingerkondition verbessert und größere Fingerfertigkeit.

September 2013

Das Gehen klappt immer besser, Bewegungsabläufe werden immer mehr automatisiert, Fußhebung noch verbesserungswürdig aber das Gleichgewicht wird besser. Das Autofahren klappt sehr gut.

Dezember 2013

Weitere Verbesserungen beim Klavierspielen, Kondition reicht jetzt für 2 Stunden, Fingerbeweglichkeit ebenfalls verbessert. Texte schreiben auf einer Computertastatur klappt gut, auch das Schreiben mit einem Schreibstift auf Papier geht besser. Die Feinmotorik ist verbessert. Die Ausdauer beim Gehen ist gut, Gehbewegungen mit noch mehr Automatismus versehen.

Januar 2014                                                                                                           

Erstmals beim Spazierengehen über 2-3 km mit Brigitte Schritt gehalten, mehr Beweglichkeit. Hüpfen auf dem rechten Bein geht schon ansatzweise. Das Benützen der schmalen schwarzen Tasten auf dem Klavier klappt besser. Am 30.01. in der Festhalle beim Theaterabend im Foyer Piano gespielt.

Februar 2014

Am Valentinstag im Golfhotel Bad Waldsee Lovesongs am Flügel dargeboten, 4,5 Sunden gespielt. Die Freude am Klavierspiel hat diese lange Spielzeit möglich gemacht.

Februar 2014

Rückschläge kommen plötzlich und unvermutet und frustrieren. Danach geht es aber ständig, zwar langsam, aber weiter aufwärts. Zum erstenmal kann ich wieder ein bisschen pfeifen. Gehautomatik erneut verbessert, Nordic Walking klappt.

April 2014

Meine Argumente haben sich gewandelt: Ich sage nicht mehr, dass ich durch den Schlaganfall 2 linke Hände habe sondern ich weiß jetzt, dass ich 2 rechte Hände habe; eine, die von Geburt an die Stärken eines Rechtshänders hat und die andere, die linke, die durch Training und Übung Geschick und Stärke einer rechten Hand dazu erworben hat. Zwei rechte Hände, super.

Mai 2014

Die Kondition beim Gehen ist stark verbessert. Am 21.05. sogar eine Walkingrunde von 1 1/2 Stunden geschafft, ohne Energieeinbruch. Erste gelungene Joggingversuche über kurze Distanz.

Juni 2014

Ich habe einen Mini-Job angenommen und arbeite jetzt 1-2 Vormittage als Fahrer im Autohaus Seitz, Kempten, Filiale Leutkirch. Das fordert und ist interessant.

Oktober 2014

Große Fortschritte in allen Bereichen, Gehen, Klavierspielen, Laufbewegungen.

November 2014

Vom 17.11.2014 - 06.12.2015 REHA Anschlussbehandlung in der Fachklinik Enzensberg in Hopfen am See. Als Ergebnis große Fortschritte beim Gehen und in der allg. Kondition. Fortschritte auch im Klavierspiel.

Februar 2015

Nach der REHA in Hopfen am See ist das Befinden sehr gut. In Hopfen wurde vor allem die Bewegungskondition und die geistige Beweglichkeit trainiert. Erneut Fortschritte beim Schifahren. Die Fahrtechnik der Behinderung angepasst - immer Schispitzen und Talschi belasten, Kurven durch Gewichtsverlagerung mit Hoch-Tiefbewegung einleiten.

Februar 2015

Am Fastnachtsmontag zum erstenmal wieder auf einem "richtigen" Schiberg gefahren, Jungholz in Österreich. Der starke Pistenverkehr ist mir zum Verhängnis geworden, denn ein Mädchen fuhr zu schnell und mich "über den Haufen". Rücken geprellt, Brille entzwei, Schistock entzwei. Aber schon einige Zeit später zog ich ein positives Fazit: Wow, ich bin tatsächlich den ganzen Berg hinunter gefahren, darauf kann ich aufbauen. Aber ich gehe in Zukunft besser und sicherer wochentags auf die Piste.

Januar 2016

Das Jahr 2015 war überlagert von meinem Sehnenabriss in der rechten Schulter und den Beeinträchtigungen durch die OP. Von Gesundung der Schlaganfallfolgen darf ich aber nur Positives berichten. Die Bewegungskoordination hat sich weiter verbessert, das Gehen ist flüssiger geworden und geht automatischer vonstatten. Ebenso ist auch der mentale Bereich verbessert, die Konzentration auf mehrere Dinge zugleich gelingt zunehmend besser. Die Sprachbeeinflussung ist kaum mehr wahrnehmbar und ist nurmehr bei großer Ermüdung festzustellen.

Juni 2016

 Das Leben hält ständig Überrachungen in der Hinterhand. Man muß  nur offen und bereit dazu sein, wenn sie auf einen zukommen. Die Anschaffung eines gebrauchten e-bikes, das Angebot vor meiner Haustür den Presse-Fuhrpark der Wohnmobil-Hersteller Sunlight und Carado zu organisieren und die Tatsache, daß meine Frau Brigitte Ihren Job bei Bonita beendet um Ihre 87jährige Mutter  zu sich zu nehmen, all das wird unser Leben mit ganz neuen Herausforderungen und Chancen bereichern.  

März 2017

Die körperlichen Fortschritte stellen sich langsamer und geringer ein. Jetzt kommt es verstärkt darauf an, Behinderungen und Einschränkungen zu kompensieren. Ich entwickle ständig neue, angepasste Handhabungen für Tätigkeiten, sei es beim Kochen, beim Klavierspielen und im täglichen Leben. Damit erweitere ich meinen Aktionsradius stetig und komme vorwärts, auch wenn die rein körperlichen Fortschritte dies nicht zeigen würden.

Mai 2017

Das ARD Buffet mit seiner Reihe "Mein neues Leben" ist auf meinen blog "aufgeben-nie" aufmerksam geworden und möchte mein Tun und meine Erkenntnisse, die dem Wohl von 
Schlaganfallpatienten dienen sollen, vorstellen und damit bekannter machen. Der Bericht wird Ende Juni im ARD Buffet gesendet. Ich freue mich, daß ich damit noch mehr Menschen erreiche und vielen Schlaganfall Betroffenen Mut machen und Hilfe geben kann.

April 2018

Ich bin jetzt jeden Mittwoch Nachmittag im Schloss Neutrauchburg/Isny und unterhalte die Kaffeegäste am Piano. Damit verbessere ich mein Klavierspiel, empfinde Freude und Zufriedenheit, denn ich stelle fest, daß die Kaffeehaus-Atmosphäre bei den Kaffeegästen ankommt. Ich erfreue mich an den vielen Komplimenten.