6. Mrz, 2012

01 - 2012 Endlich wieder zu Hause

Am 13. Januar durfte ich wieder nach Hause, ein großartiges Gefühl nach 8 Wochen Krankenhaus und REHA. Was ich gleich überprüfen wollte, wie klappt das Autofahren und das Schifahren. Beide Erfahrungen waren erst sehr zwiespältig.
Ich setzte mich ins Auto und starte die erste Fahrt. Ich fuhr nach Isny um Brigitte dort von der Arbeit abzuholen. Ich merkte, daß das Fahren nicht mehr wie früher hauptsächlich von automatischen Vorgängen begleitet war sondern daß ich alles bewußt einleiten und kontrollieren mußte. Das forderte große Konzentration und es war sehr schwierig, sich auch gleichzeitig noch um Verkehr und Straßenführung zu kümmern. Als ich in Isny ankam war ich naßgeschwitzt und total fertig. Glücklicherweise aber habe ich mir dadurch nicht den Schneid abkaufen lassen und bin so oft als möglich ans Steuer gegangen. Heute fahre ich wieder so versiert und flott wie früher, auch weite Strecken von mehreren hundert Kilometern. Allerdings benötige ich zum sicheren Steuern beide Hände oder die linke Hand allein. Mit der rechten Hand allein kann ich (noch) nicht ausreichend richtungsstabil fahren. Zum Schifahren ging ich gleich wenige Tage nach der REHA. Ich war früher ein sehr guter Alpin Schifahrer und das Wedeln war meine Leidenschaft. Das ist wie Walzer tanzen. Nach einigen Gehversuchen auf den Schiern traute ich mich gleich zum Schlepplift und fuhr mit Brigitte nach oben. Mit Ach und Krach kamen wir oben an und ich sollte nun nach unten. Ohne mein Vertrauen in frühere Fähigkeiten hätte ich mich nie getraut. Aber auch so war es ein Husarenritt. Das rechte Bein schaffte es nicht, mit den langen Schiern eine Kurve zu fahren und beim Rutschen hatte ich keinerlei Gleichgewicht. Immerhin, ich kam irgendwie nach unten. Zwar verbesserte sich mein Fahren nach mehreren Tagen Übung, aber Schifahren, nein, das war es nicht für mich. Dann, eines Tages, versuchte ich es auf neue Art, in Anlehnung an meine frühere Kurzschwung Technik. Keine groß ausgefahrenen Kurven, nein, Fall-Linie war jetzt angesagt. Der Talschie wurde nur kurz gekanntet und der daraus reultierene Schwung in eine kleine Drehbewegung umgesetzt. Das kostete viel Mut und Überwindung, aber es klappte. Du kannst ja wieder Schifahren staunte Brigitte und mir flossen die Tränen über die Wangen. Allerdings, der Kraftverlust bei jeder Fahrt war enorm und meine Cappucchino Pausen sind gegenüber früher um ein Vielfaches gestiegen.