14. Jan, 2012

REHA Inhalte und Erfahrungen

Zuerst fühlte ich mich sehr allein; in dem neuen Lebensabschnitt war ich noch nicht angekommen. Die Therapien und Anwendungen verteilten sich über den Tag, die restliche Zeit saß oder besser gesagt, lag ich in meinem Zimmer ab. Das war allerdings übergroß und geräumig und mit herrlichem Blick auf den Federsee ausgestattet. Mein Blick war aber, aus mentaler Sicht betrachtet, eher trüb. Da war ich also nun, mutterseelen allein und wußte nicht, auf was ich mich freuen könnte. Mein Wangener Zimmerkollege hatte mein Rasiermesser versehenlich für sich eingepackt und ich konnte mich nicht einmal rasieren. In der Klinik gab es das nicht zu kaufen und für mich beschaffen klappte auch nicht. Voller Frust und Wut schnappte ich meinen Rollator und verließ das Klinikgelände, um nach Bad Buchau Innenstadt in ein Drogeriegeschäft  zu laufen. Ich hatte keine Übung mit dem Rollator und physische Kraft ohnehin keine. Nach 2 Stunden kam ich zurück, zwar mit Messern aber stehend KO. Trotzdem, diese Aktion war eine Schlüsselerfahrung: Ich lasse mich nicht unterkriegen. So läuft das nicht - mit mir nicht. Brigitte registrierte, daß ich depressive Anwandlungen bekam und informierte den zuständigen Klinikarzt darüber. daraufhin wurde das Therpieangebot erweitert und eine psychologische Betreuung eingerichtet.

Von da an klappte alles besser. Ich fühlte mich heimisch, lokal und emotional. Die Therapien, Ergo, Physio und Logopädie brachten mich vorwärts und den Psychologen brauchte ich schon bald nicht mehr. Den Heimaturlaub aber an jedem Wochenende liebte ich sehr und freute mich schon die ganze Woche darauf.